Bolschewistische Kurkapelle Schwarz-Rot

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Legendäre Berliner Blechbläser-Formation, gegründet 1986.
Ihre Entstehung geht auf eine Idee vom Journalisten Jürgen Kuttner, den Musikern Stefan Körbel und Rolf Fischer (vom DDR Politsong-Ensemble Karls Enkel) und anderen zurück. Man griff nach dem Vorbild von Heiner Goebbels' Sogenanntem Linksradikalen Blasorchester (1976 bis 1981) die Idee der Agitprop-Kapellen der 1920er Jahre wieder auf und mixte die Marsch-Arrangements mit Punk & Polka. Die BKKSR war und ist eine ständig wechselnde Vereinigung aus Profimusikern und Amateuren, ihr Repertoire speist sich ebenso aus den Werken von Brecht/Eisler, dem Liedgut der frühen deutschen Arbeiterbewegung wie auch ironisch verfremdetem Musikschaffen der DDR und der Sowjetunion. Dieses offensichtlich positive Bekenntnis zur sozialistischen Musiktradition machte das Konzept der Kurkapelle für die mißtrauische offizielle Kulturpolitik kaum angreifbar, wurde aber in den letzten Jahren der DDR als subversiver Akt empfunden (und war auch so gemeint). In späteren Jahren erweiterte die Kurkapelle ihr Repertoire um internationale Rock & Pop-Perlen und setzte sich speziell mit dem Schaffen von Rio Reiser auseinander.
Vor und nach der Wende arbeitete die Kurkapelle mit dem unikaten Bläser-Sound für so unterschiedliche Bands und Künstler wie Feeling B, Ornament & Verbrechen, die Wahnfrieds oder den Underground-Literaten Peter Wawerzinek; immer wieder war das Ensemble auch Bestandteil von Theaterinszenierungen (u.a. für Christoph Schlingensief, Johann Kresnik und Rolf Hochhuth). Im Februar 1990 entstand eine auch separat agierende Vokal-Sektion der Kurkapelle, die Linkssentimentalen Transportarbeiterfreunde.
Kuttner arbeitete bis 1996 als Manager und Moderator der Band, ihm folgten Frank Keding (bereits vorher als Musiker in der Band aktiv) und Wolfram Krabiell. 2010 teilte sich die BKKSR in zwei gleichnamige Ensemble. Die beiden Kurkapellen präsentieren sich im Internet hier und hier.

Quellen: Interview mit Jürgen Kuttner zum 25-jährigen Jubiläum | Interview mit Frank Keding 2008

Musik (Begleitungen / Auswahl)