Das Auge Gottes

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Band aus Schwerin, 1989 bis 1997.

Bandstory

Ende 1989 von Mitgliedern diverser Schweriner Bands (unter anderem Nackt Durch Kairo und Das Elegante Chaos) gegründet. Mit Das Auge Gottes wurde im Gründungsjahr 1989 nach Aussagen der Band ein provokativer Name gewählt, der bewusst mit den großen Symbolen des Glaubens spielt. Jedoch hatte die Band keinen kirchlichen Hintergrund, sondern übte sich schon im Namen in der Hoffnung, dass “keine Taten ungesehen bleiben, sondern auf ihre Verursacher zurückfallen werden”. Zudem ist der Name vor dem Hintergrund der Herkunft der Musiker aus der - sich seinerzeit auflösenden - DDR zu verstehen, in welcher mehrere Mitglieder in Vorläuferbands mit Spielverboten belegt wurden. In den Zeiten der Namensfindung war noch offen, welchen Weg die Veränderungen in der DDR nehmen würden und alle kritische Bands nutzten die Worte zwischen den Zeilen, um Botschaften zu senden, die vom DDR-Staatssicherheits-Apparat vielleicht noch erkannt, aber (hoffentlich) nicht geahndet werden konnten.

1989 - 1992 wurde vor allem im Proberaum verbracht und es gab nur wenige Auftritte bei lokalen Events. 1992 sendete die Freundin eines Bandmitgliedes ein Demo-Tape an die Jury des "John Lennon Förderpreises". Es konnte der zweite Platz beim Endausscheid in Kiel gewonnen werden und damit eine Single-Produktion ("So isses Baby"). Diese wurde in der Yamaha Musikschule in Hamburg aufgenommen und auf dem Independent-Label "Plattenmeister/Devil Dance Records" (D.D.R.) veröffentlicht. Produzenten der MCD waren Udo Dahmen und Benjamin Hüllenkremer, die mehr Interesse an der Band zeigten und somit die Produktion eines Albums vorantrieben.

Ende 1993 wurde der A&R Manager Sina Farschit auf die Band aufmerksam und unterbreitete ein Angebot für einen Plattenvertrag mit dem Majorlabel Epic/Sony Music, welchen die Band annahm. Das erste Album "Das Auge Gottes" wurde 1993 fertiggestellt und im Folgejahr veröffentlicht. Der darauf enthaltene Titel "Du hast Jesus Christus an das Kreuz genagelt" entwickelte sich zu einem kleinen Indie-Hit. Ein in Eigeninitiative zusammen mit den Regisseur Björn Amend produziertes Video schaffte es in die Playliste von "MTV 120 Minutes". Die zweite Singleauskopplung "Vorbei ist vorbei" wurde von lokalen Radiosendern (z.B. EinsLive) häufig gespielt. Das Video zur Single lief bei Viva auf Nachtrotation. Mit der zweiten Single zeigte sich auch der schwierige Grenzgang zwischen Indyerfolg und kommerziellen Ansätzen. Die stilistische Vielfalt des Materials auf dem ersten Album bot Möglichkeiten beide Ziele zu verfolgen. In der Folgezeit wurden jährlich bis zu 100 Live-Auftritte absolviert, darunter Konzerte beim Bizarre Festival und dem Ringfest in Köln. Eine Neuauflage der CD beinhaltete zusätzlich einen Multi-Media-Track, der Videos, Fotos und ein Computerspiel enthielt.

Das zweite Album "Das kleine Leben" stand im Zeichen der Erfahrungen der Tourneen und war verglichen mit den ersten Album wesentlich rock- und gitarrenlastiger, was sich auf Konzerten eindrucksvoller präsentieren ließ als vorherige oftmals mit elektronisch Mitteln unterstützte Titel. Das Album wurde in Brüssel und Hamburg produziert. Wiederum war das Produzenten-Duo Dahmen/Hüllenkremer maßgeblich beteiligt. Zur Singleauskopplung "Das Ding das durch den Wind geht" wurde ein Video produziert, dass von den Musiksendern nicht gespielt wurde. Livekonzerte waren somit weiterhin das Mittel um die Fangemeinde zu erreichen und wurden zahlreich durchgeführt.

Das dritte Album wurde Anfang 1996 in Stuttgart gemeinsam mit dem Produzente Klaus Scharff (Fanta 4) eingespielt. Stilistisch wurde wieder mehr Wert auf die Vielfalt der in der Band vorhandenen musikalischen Vorlieben gelegt. So sind neben gewohnt rockigen Titel auch Reggae und HipHop Anlehnungen zu hören. 1997 wurde das Album auf einer Support-Tour zusammen mit Philipp Boa präsentiert.
Ende 1997 löste sich die Band auf und gab Anfang 1998 ein abschließendes Konzert in der Gründungsstadt Schwerin. Für eine Produktion für die Compilation "POP 2000" ließ sich Das Auge Gottes 1999 noch einmal reanimieren und coverte den Song "Sehnsucht" (Einstürzende Neubauten).

Website: www.dasaugegottes.de

Quelle: Das Auge Gottes - NMI/Messitsch 4/1993

Besetzung

  • Eiche (= Gert Reichelt) - Stimme, Texte (ex- Das Elegante Chaos)
  • Jan Sören Eckert - Bass, Texte
  • Joseph (= Andreas Homp) - Gitarre
  • Manni (= Manfred Uhlig) - Schlagzeug
  • Hagen (= Jens-Uwe Schulz-Zachow) - Keyboards
  • Cutmaster (= Mathias Mohr) - Scratches

ehemalige Mitglieder

  • Griemer (= Andreas Griem) - Bass, Texte (ex- Das Elegante Chaos, Nackt Durch Kairo)
  • Sven Berger - Bass
  • Susanne Vogel - Bass
  • Volker Voigt - Schlagzeug
  • Schalke (= Frank Mehnert) - Schlagzeug
  • Richie - Schlagzeug
  • Thomas Schmidt - Keyboards

Musik

  • 1990: Das Auge Gottes ... is watching you (Tape)
  • 1992: So isses Baby (MCD, Plattenmeister/D.D.R.)
  • 1992: Du hast Jesus Christus an das Kreuz genagelt, auf: "Hallo 13" (CD Compilation, Vielklang)
  • 1994: Das Auge Gottes (CD, Epic/Sony Music)
  • 1994: Wir sehn uns wieder (MCD, Epic/Sony Music)
  • 1994: Du hast Jesus Christus an das Kreuz genagelt (MCD, Epic/Sony Music)
  • 1994: Vorbei ist vorbei (MCD, Epic/Sony Music)
  • 1995: Das kleine Leben (CD, Epic/Sony Music)
  • 1995: Das Ding das durch den Wind geht (MCD, Epic/Sony Music)
  • 1995: Kleines Lied (MCD, Epic/Sony Music)
  • 1996: Die Remixe (CD, Epic/Sony Music)
  • 1997: Zärtlich auf die Wunden (CD, Epic/Sony Music)
  • 1997: Ich zieh nur noch einmal um (MCD, Epic/Sony Music)
  • 1997: Mach ma locker (MCD, Epic/Sony Music)
  • 1999: Sehnsucht, auf: "Pop 2000 - Das gibt's nur einmal" (CD Compilation, Grönland)
  • 1999: Du hast Jesus Christus an das Kreuz genagelt, auf: "Pop 2000 - 50 Jahre Popmusik & Jugendkultur in Deutschland" (8-CD-Box Compilation, Grönland)