Teurer denn je

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Berliner Band/Projekt 1986 bis 1988.

Hervorgegangen aus der 1985 von Michael Zickert (später M.Dubach) gegründeten Experimental-Band z.art, Zickert hatte zuvor (1984-85) Bass bei Hard Pop gespielt. Zusammen mit dem Dichter Leonhard Lorek arbeiteten Zickert und die Brüder Wrede ab Anfang 1987 parallel auch unter dem Namen Fett (beendet durch die Ausreise Loreks, ebenfalls 1987), sowie ab Ende 1987 als la deutsche vita (Zickert + Ulf Wrede) und 1988 im Projekt Brut (mit Ulf Wrede, Grandl + Zickert).
Beilfuß spielte parallel bei Fabrik, sowie nach Auflösung von Teurer denn je beim Expander des Fortschritts (hier wiederum als Nachfolger von Norbert Grandl). 1991 waren Bert Wrede, Grandl und Beilfuß an der Einspielung des Albums "Zongs zwischen Bett und Barrikade" von Norbert Bischoff & Gesellschaft, sowie nur Wrede und Grandl an Peter Gotthardts "Fuck the Wall" LP beteiligt. 1995 trommelte Norbert Grandl auf der Foyer Des Arts Re-Union LP "Die Menschen". Auch Lorek und Zickert/Dubach arbeiteten nach 1990 mehrfach in Avantgarde-Literatur-Musik-Projekten zusammen.

La Deutsche Vita

Seit 1987 war "la deutsche vita mit Fritz Zickert und Ulf Wrede sozusagen die Kammerbesetzung für die gemeinsamen Songs von Zickert und Lorek", schreibt Peter Böthig in einem Essay über Ostberliner Poeten und Musiker. Außer Michael Dubach, aka M.F. Zickert, und Ulf Wrede – den beiden Frontleuten von la deutsche vita – waren an den Studioaufnahmen zu zartes alter auch Max Goldt, Nino Sandow, Norbert Grandl und Will Roper beteiligt. Möglich wurde der Studioaufenthalt, weil la deutsche vita damals jene Währung zur Verfügung stand, mit der sich im Osten Türen öffnen ließen, die für Künstler aus der Subkultur für gewöhnlich verschlossen blieben: die zu professionellen Ton-Studios. Leonhard Lorek war 1988 bereits im Westen, und hatte Geld. Michael Dubach und Ulf Wrede waren noch im Osten. Sie hatten die Kontakte zu Studioinhabern, die Westgeld brauchten. Max Goldt, damals Mastermind von Foyer des Arts, und Will Roper, Toningenieur bei Foyer des Arts und Monty Python, schafften schließlich das Geld aus dem Westen in den Osten; vor Ort dann machten sie sich auch noch im Studio nützlich. Das komplette Albummaterial von 1988 war ursprünglich für eine Labelveröffentlichung vorgesehen; dazu kam es allerdings – geschuldet den Wirren der Zeit – nicht. Einige wenige Kassetten gelangten dennoch in Umlauf. Für das Album Musik wird niemals langsam von Michael Dubach, Nino Sandow, Max Goldt (45/Indigo) wurde sechs Jahre später immerhin knapp ein Drittel dieses Materials – in anderen Fassungen – neu eingespielt. Fotos, die Else Gabriel für la deutsche vita zu PR-Zwecken gemacht hatte, haben inzwischen auf YouTube Verwendung gefunden.

  • Peter Böthig in seinem Essay im baerenfell am arsch der welt - Ostberliner Poeten und Musiker, in WIR WOLLEN IMMER ARTIG SEIN - Punk, New Wave, HipHop und Independent-Szene in der DDR 1980–1990, Ronald Galenza und Heinz Havemeister (Hrsg.), Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag, Berlin 1999

Besetzung: La Deutsche Vita

als la deutsche vita im studio:

michael fritz zickert gesang, klavier, synthesizer, gitarre ulf wrede klavier, synthesizer, gesang (auch im chor)

als gäste dabei:

norbert grandl pauke, synthesizer, xylophon, chor max goldt und nino sandow gesang (allein und im chor) will roper engineering and important help hartmut tex köppen und maria a. druckenthaner know how ben buchhart pilot und elise flugzeug

produziert von m.f. zickert und will roper im april 1988 programmiert (der poly 800) von ulf wrede finanziert von leonhard lorek und hartmut köppen spendiert (auch zeit ist geld, jawohl) von will, max, nino, tex, norbert, ben, maria sowie bernd janowski und else gabriel

coverfoto: else gabriel covergrafik: rainhard sandner covergestaltung: leonhard lorek


Besetzung

  • Christoph Tannert - voc
  • Michael "Fritz" Zickert - g, bg, voc
  • Bert Wrede - g
  • Ulf Wrede - keyb
  • Peter Stojanov - bg
  • Jörg Beilfuß - dr
  • Norbert Grandl - dr

Musik