Neu Rot

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Leipziger Band, hervorgegangen aus Egazell, als Gründungstag angegeben der 31.12.1983.

Um die Kreativachse Stein-Eiler entwickelte sich mit Michael Pfaff und Anke Mehlhorn eine feste Besetzung, die 1987 das erste Tape-Album hervorbrachte. Nach dem plötzlichen Tod von Pfaff im gleichen Jahr gab es durch Umbesetzungen am Bass musikalische Wechsel bis mit Karsten Maaß eine neue Konstante entstand und das 1988er "Opus Magnum" Tape "Halt an" eingespielt wurde. Im Herbst 1989 verließ Stein illegal die DDR, gefolgt von Maaß, um sich wiedervereint in Frankfurt/Main wieder als Band zu definieren. Eiler spielte in dieser Zeit mit dem Leipziger Crossover-Projekt The Act (vorher u.a. auch mit Pfff..., zusammen mit Mehlhorn).

Mit dem Frankfurter Sänger Frieder Hüttig (ex- Bildstörung) und dem in Leipzig verbliebenen Eiler entstand 1990 die Band Hellzapoppin, mit deutlichem musikalischen Richtungswechsel hin zu Funk-Metal-Crossover. Mitte 1992 trennte sich das Trio von Hüttig und nahm wieder unter dem Namen Neu Rot auf.

Ein paar Erinnerungen zu Neu Rot

Klaus-Peter John: Das Einstufungskonzert (mit Klaus-Peter John als Sänger) fand ohne Publikum, dafür aber vor vielen alten Leuten die an einem Tisch saßen statt. Diesen mußten die Texte vor Beginn des Vorspiels vorgelegt werden. Als zweites Stück wurde gleich "Wozu Grenzen ziehen" gespielt, worauf die Einstufungskomission nichtssagend den Raum verließ und Neu-Rot später lediglich eine "Spielerlaubnis" erhielt.


Jörg Stein: Der Beitrag über "Neu Rot" im Buch "Wir wollen immer artig sein" ist etwas gekürzt und hat dadurch teilweise den Sinn verloren. Das wurde nicht mit mir abgesprochen.

Spielerlaubnis und Einstufung war eigentlich das gleiche, nur war die Spielerlaubnis unbefristet. Eine Einstufung oberhalb der Grundstufe musste glaube ich aller 2 Jahre erneuert werden. Wir hatten die Einstufung ziemlich oft beantragt. Da das Konzert dazu öffentlich sein durfte, war das praktische eine Auftrittserlaubnis. Dass die Kommission fast nie erschien, hat uns irgendwann nicht mehr gestört. Es fehlte meist jemand und wir konnten "leider" wieder nicht beurteilt werden. Gespielt haben wir aber trotzdem. Ich glaube Edgar (IG Rock) und manch anderem war das nur irgendwann zu blöd. Wir erhielten unsere unbefristete Grundstufe, bevor wir überhaupt mit Peter aufgetreten waren. Das war mit der gleichen Besetzung, nur ohne Peter. Die Musik war etwas punkiger, die Texte in Deutsch. Deshalb war es uns dann auch (fast) egal, dass die eingereichten Texte nicht aufgeführt werden durften. Die waren Teilweise von mir, und Gedichte unterschiedlicher Autoren wie z.B. Hesse / Im Nebel, Konform (Autor ist mir entfallen). Das musste Henrik bei der Übergabe der "Pappe" beim Rat der Stadt Leipzig Süd, schriftlich bestätigen. Eine Aufführung hätte den Entzug der Spielerlaubnis nach sich gezogen. Was für eine Ehre! Auch den Namen "Neu Rot" wollte man uns ausreden, da waren wir aber nicht umzustimmen. "Neu Rot" meint die Farbe und das Gegenteil von "Alt", die Idee dazu war von Michael, nur mal so nebenbei. Wir haben die Grundstufe nie erneuert. Da man auch so ganz gut abrechnen durfte, sprich, meistens für jeden 50-90 Mark hängen blieben, erschien uns das nicht so wichtig.


Website: www.neu-rot.de

Besetzung

  • Jörg Stein - Gitarre, Gesang
  • Peter John – Gesang (Gründungsphase)
  • Michael Pfaff - Bass († 1987) / ersetzt durch Mike Stolle
  • Karsten Maaß - Bass (ab 1988)
  • Anke Mehlhorn - Violine
  • Henrik Eiler - Schlagzeug, Gesang

Musik