Timur und sein Trupp

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Band aus Weimar, 1986 - 1992.

Besetzung

  • Holm Kirsten - voc, Harmonika
  • Jörn Luther - voc, Trompete
  • Burkhard Blum - bg
  • Jens "Spock" Ferber - g (bis 1987) / Helfried Menchén - g (ex- Der Rest, 1988) / Conrad Hoffmann - g (ab 1988, ab 1989 auch voc)
  • Silke Gonska - dr, voc (bis 1988) / Maik Plewnia - dr (ab 1988)

Bandstory

Der Hang zur Legendenbildung und mehrere gescheiterte Versuche, ein bandtypisches Instrument zu spielen, führten Ende 1986 zur Flucht nach vorn, der Gründung der Band durch Jörn Luther und Holm Kirsten. Nach einem kurzen Intermezzo des Gitarristen Jens Ferber garantierten endgültig musikalische Solidität Ex-Rest-Mitglied Helfried Menchén, Burkhard Blum (bg, Mixer) und Silke Gonska (dr.).

Kirsten und Luther wirkten früher in der Künstlergruppe Das faule Ei, was sicher manche Textidee beeinflußte: Man fledderte kurzerhand lyrisches Arsenal von Christian Morgenstern über Boris Vian bis hin zu Schlagerschnulzen und dem Liedgut der russischen Freunde. Selbst der Gruppenname war Titel einer Erzählung des sowjetischen Autors Arkadi Gaidar. Auch musikalisch machte der TRUPP nicht viel Federlesens: Punk-, Schlager- und Heavy Metal Klänge wurden erfrischend durcheinandergeschüttelt. Vor allem durch Adaptionen von Pionierliedern geriet das TIMUR-Partyprojekt mehr und mehr zur Ironisierung des "überlebten Pathos der zahnlos gewordenen DDR-Staatsideologie". Die schnell zum Lokalkult aufsteigende Band war von Anfang an nicht an einer Staatseinstufungspappe interessiert und produzierte stattdessen 1988/89 ihre MC "Das sind wir" in einer Auflage von 100 Stück.

Stark einsetzende Abgänge von Bandmitgliedern in den Westen schafften enorme Umbesetzungsprobleme und zermürbten langsam die Gruppe; jedoch spielte man trotzdem sporadisch bis 1992 weiter. Die Kassette allerdings kam postum zu verdienten Ehren: Lutz Schramm, prominenter Moderator des Jugendsenders DT 64 kürte sie 1990 zu einem "ziemlich genialen Tape" und steigerte durch Abspielen einiger Lieder desselben den Bekanntheitsgrad des TRUPP beträchtlich.

Silke Gonska spielte ab 1988 bei Partisan und ist bis heute als Sängerin und Künstlerin in Thüringen tätig (www.silke-gonska.de); Maik Plewnia und Conrad Hoffmann gründeten 1990 in Weimar die Galgenvögel.
Hoffmann ging später nach Leipzig und spielte Ende der 90er zunächst bei Hateful Birthday, bevor er 2001 zum Die Art-Nachfolgeprojekt Wissmut stieß. Seit 2007 gehört er zur Re-Union Besetzung von Die Art. 2008 und 2010 veröffentlichte er Solo-CD's.

Autor: Claus Bach, Quelle: CD "Wir sind der entfesselte Durchschnitt"

Musik

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