Wann wir schreiten Seit an Seit - NMI/Messitsch 4/1992

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Den folgenden Bericht über die auch in diesem Jahr wieder stattfindenden FDP-Werkstatttage für TanzmusikerInnen entnahmen wir der Tageszeitung "SUPER-JUGEND". Traditionell trafen sich junge MusikantInnen und erfahrene Kulturfunktionäre im thüringischen Suhl.

Dank der uneigennützigen Unterstützung durch unsere Genossen konnte auch in diesem Jahr die musizierende Jugend im frohen Leistungsstreit auf den Bühnen der kleinen Bergsiedlung im Herzen Mitteldeutschlands zusammentreten. Nach 40 Jahren bedrückender Drangsal durch Sasi und Kulturministerium, sowie deren dumpfe Handlanger von der "Freien" Deutschen Jugend, begeben sich nun bereits zum zweiten Mal Bands und Solisten nach Suhl, um der nationalen Öffentlichkeit Kostproben ihrer berfreiten Kreativität zu geben. Wiewohl man konstatieren muß, daß es immer wieder Jugendliche gibt, die die neu gewonnen Freiheiten nicht zu schätzen wissen. Ihr altes, basisdemokratisch orientiertes Denken hat sich noch lange nicht den Vorzügen der freiheitlichen Demokratie deutscher Färbung geöffnet. Ihr Anhängen an überholten Praktiken fast anarchistischer Komponierkunst, ihr parodierendes Nichtachten etablierter, westlich-bewährter Wortwahl beweist immer wieder, daß sie nichts von dem Verdient haben, was ihnen seit Jahren täglich als Gaben aus dem alten Bundesländern präsentiert wird. Reisefreiheit, Bananen, Deutschmark, Großformatige Zeitungen und viele andere Errungenschaften bienengleichen Fleißes im westen der Republik werden von diesen revisionistischen Knaben und Mädels verachtet.

Man lese sich doch nur ihre Namen durch, um zu erkennen, wes nihilistischen Gedankengutes Kinder sie nur sein können. Wie sagen die alten Latriner: Nomen est omen! Und sie heißen Linkssentimentale Transportarbeiterfreunde oder Liedertafel Margot Honecker. Ihre Lieder stammen in Wirklichkeit aus den Propagandaschmieden der realsozialistischen Kulturdogmatiker. Freiheit und vorurteilslose Weltsicht waren diesen verknöcherten Bonzen fremd. Wie gefährlich ist es nun für unsere jungen Menschen, sich diesem Gedankengut, auf welch neuartige Weise auch immer, zu nähern. Es muß gefragt werden, ob die Auswahlkommission der diesjährigen Werkstattage ihre kulturpolitische Verantwortung richtig einschätzen kann, wenn sie solchen Musikgruppen hier ein Podium bietet.

Lefan Stasch

Dieser Autorenname ist ein Anagram. In Wirklichkeit hat den Text Lutz Schramm verfasst. Insofern sind Form und Inhalt als Parodie zu verstehen ;)